Hypnose bei Angst vor Spritzen

Hypnose bei Angst vor Spritzen

Die Angst vor Spritzen, auch Spritzenphobie genannt, ist eine spezifische Phobie (Angststörung), von der relativ viele Menschen (bis zu 10%) betroffen sind. Die Angst kann sich auf Injektionen (Trypanophobie), auf Nadeln (Belonophobie) oder spitze Gegenstände (Aichmophobie) beziehen. Symptomatisch ähnelt die Angst vor Spritzen der Angst vor Blut, da bei beiden Phobien Ohnmachtsanfälle auftreten können.

Anzahl Sitzungenab 3 Sitzungen
Dauer einer Sitzung60-90 Minuten
Kosten pro Sitzungsiehe Kosten
Ziele der AnwendungBlockaden und Ursachen auflösen, Sicherheitsgefühl stärken und verankern
Zusätzliche Kontraindikationenkeine weiteren
Eine Hypnose ersetzt keinen Arztbesuch oder medizinische Hilfsmittel!

Wie äußert sich die Spritzenphobie?

Betroffene bekommen panische Angst, wenn sie Impfungen, Betäubungsspritzen (z.B. beim Zahnarzt) oder Injektionen bekommen sollen und entwickeln ein für Angstpatienten typisches Vermeidungsverhalten. Besonders problematisch ist die Phobie dann, wenn lebenswichtige Medikamente wie Insulin injiziert werden müssen.

Bei den von einer Spritzenphobie Betroffenen kann sich die Angst auf Schmerzen beim Einstich, daraus resultierende Verletzungen oder Blut (Angst vor Blut) richten. Gleichzeitig besteht aber auch die Angst, dass aus der Situation eine Panikattacke oder Ohnmacht resultiert.

Mit Hypnose lässt sich die Angst vor Spritzen in der Regel effizient und vollständig auflösen. Erfahren Sie im Verlaufe dieses Textes, wie die Behandlung bei Spritzenphobie aussieht und wie die Hypnosetherapie Ihnen helfen kann, die lästige Angst loszuwerden und wieder unbeschwert zu leben.

Angst vor Spritzen: Ursachen und Symptome

Bei den Ursachen für die Spritzenphobie geht man von verschiedenen Faktoren aus.

Frühere Erlebnisse und Erfahrungen

Gerade in der kindlichen Reifephase können schmerzhafte Erlebnisse traumatische Spuren hinterlassen, die sich zu einer Angst oder Phobie entwickeln. Sei es ein tatsächlich körperlicher Schmerz bei einer Impfung oder Blutabnahme, oder das Gefühl, einem Arzt während der Injektion schutzlos ausgeliefert zu sein (Hilflosigkeit). Gründe hierfür können zum Beispiel in dem erhöhten Schmerzempfinden von Kindern, in der situativ fehlenden Nähe einer Bezugsperson oder in akuten emotionalen Belastungen (Ehestreit der Eltern, Trennung etc.) liegen.

Hypnosetherapeuten machen allerdings häufig die Erfahrung, dass das ursächliche Ereignis auf rationaler Ebene wenig bis gar nichts mit der eigentlichen Thematik zu tun haben muss. Vielmehr ist nur das Gefühl – zum Beispiel der Hilflosigkeit – in beiden Situationen dasselbe.

Angst als erlerntes Verhalten

Wenn Kinder erleben, dass ein Elternteil oder eine nahe Bezugsperson panisch auf Spritzen reagiert, können sie diese Verhaltensweise übernehmen.

Auch genetische Faktoren können bei der Spritzenphobie, wie auch bei anderen Phobien, eine Rolle spielen.

Die Panik-Symptome bei dieser Angststörung reichen von Beklemmungsgefühlen, über Herzklopfen, Übelkeit, Schweißausbrüche, Atemnot bis hin zur Ohnmacht und können bereits bei dem Gedanken an eine bevorstehende Blutuntersuchung auftreten, oder erst direkt in der Situation beim Arzt.

Wie bei allen Angststörungen wissen auch die Betroffenen einer Spritzenphobie, dass ihre Furcht übertrieben ist und die für sie angstauslösende Situation eigentlich keine Gefahr bedeutet.

Hypnosetherapie bei Spritzenangst

Wenn Menschen mit Spritzenangst in meine Hypnose-Praxis kommen, erfolgt zunächst eine ausführliche Anamnese. In diesem Gespräch geht es nicht nur darum, alle Informationen für eine Verdachtsdiagnose zu erfassen, sondern vor allem auch darum, ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen und dem Patienten den Ablauf der Hypnosetherapie (kurz: Hypnotherapie) bei Phobien zu erläutern.

Dabei setze ich u.a. auf Techniken aus der Verhaltenstherapie, die sich in der Therapie von Ängsten, Phobien und Panik bewährt haben. Hier ist insbesondere die Reizkonfrontation in sensu, also in der Vorstellung, zu erwähnen. Im hypnotischen Zustand der Trance können die Bilder und Emotionen, die mit dieser Angst, der Spritzenphobie, verknüpft sind, deutlicher wahrgenommen werden, als dies im Wachzustand der Fall wäre. Bei Patienten, die zu Ohnmachtsanfällen beim Anblick von Spritzen neigen, kann gleichzeitig eine spezielle Atem-Anspannungs-Technik angewandt werden, die verhindert, dass der Blutdruck zu sehr absinkt.

Die Konfrontation mit dem Objekt Spritze oder der Situation Blutentnahme führt dazu, dass die Angstsymptome langsam nachlassen. Gleichzeitig stellen die empfundenen Emotionen aber auch eine Brücke zu früheren Erfahrungen bzw. zu dem ursprünglichen Ereignis dar, die für die hypnotherapeutische Arbeit genutzt werden können. Ist dieses erste Ereignis (meistens in der Kindheit) gefunden, kann es über verschiedene Hypnose-Werkzeuge oder EMDR (bilaterale Stimulation durch Augenbewegungen oder Vibration) neu bewertet werden. Gerade bei spezifischen Phobien wie der Spritzenphobie handelt es sich bei dem Auslöser oft um kleine Ereignisse, die beim Kind ein Trauma hinterlassen konnten, weil es den Zusammenhang nicht deuten oder einordnen konnte. Diese Deutung der Umstände kann über die Hypnose nachgeholt werden. Häufig kann daraufhin beobachtet werden, wie von den Patienten eine Last abfällt, weil die Angst, unter der sie Jahre gelitten haben, wie ein Kartenhaus zusammenfällt.

Abschließend arbeite ich gerne mit Ressourcen, Sicherheitsankern und Progression (Vorausschau), um auch dem Gehirn beizubringen, dass diese Angst gelöst ist und keine Symptome mehr auftreten werden. Dabei mache ich mir in der Praxis zu Nutze, dass unser Gehirn nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheidet, so dass einem angstfreien Besuch beim Arzt oder Zahnarzt nichts mehr im Wege steht.

Spezifische (isolierte Phobien) behandle ich in meiner Frankfurter Praxis in wenigen Sitzungen. Die Dauer der Behandlung / Therapie bei Spritzenphobie ist dabei von dem Ausmaß der Angststörung und individuellen Faktoren abhängig.