Hypnose bei Angst vor Erbrechen

Hypnose bei Angst vor Erbrechen

Die Angst vor dem Erbrechen, auch Emetophobie genannt, zählt laut WHO zu den spezifischen Phobien und betrifft deutlich mehr Frauen als Männer. Betroffene verspüren eine starke Angst und zugleich Ekel davor, sich selbst übergeben zu müssen, oder andere beim Erbrechen zu erleben. Da Scham bei dieser Phobie eine bedeutende Rolle spielt, ist die Dunkelziffer der betroffenen Menschen wahrscheinlich recht hoch. Das phobietypische Vermeidungsverhalten von Emetophobikern führt dazu, dass viele sich immer mehr zurückziehen und unter psychischen Folgeerkrankungen wie einer Sozialphobie oder Depressionen leiden.

In meiner Praxis in Frankfurt bin ich auf die hypnotherapeutische Behandlung von Ängsten und Phobien spezialisiert. Je eher sich Betroffene dieser Phobie in Therapie begeben, desto besser und schneller kann mittels Hypnose die Angst reduziert oder aufgelöst werden.

Ursprung und Symptome der Angst vor dem Erbrechen

Wie viele Ängste beginnt die Emetophobie meist in der Kindheit. Betroffene dieser Phobie können sich oft bewusst oder über die Arbeit mit dem Unterbewusstsein an einen Auslöser erinnern, der mit einer Krankheit, dem Kotzen / Erbrechen, Übelkeit oder einem Krankenhausaufenthalt zu tun hat. Manchmal werden die Symptome von Betroffenen über Jahre verharmlost, bis sie eines Tages feststellen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt.

Bei der Emetophobie kann sich die Angst auf das eigene Erbrechen, das Erbrechen anderer Personen oder auch auf beides beziehen. Angst und Ekel sind dabei so stark ausgeprägt, dass sie sich in vielfältigen Symptomen äußern, die das Leben und die Lebensqualität der Betroffenen immens beeinträchtigen. Häufig ist die Reaktion auf den Angstreiz, oder die Vorstellung davon, eine Panik oder Panikattacke und geht einher mit:

  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Atemnot
  • Schmerzen oder Druckgefühl in Bauch und Brust
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Gefühl von Unwirklichkeit

Das Leben von Emetophobikern

Aufgrund ihrer panischen Angst vor allen Situationen, in denen sie sich übergeben könnten oder jemanden dabei sehen, wie er sich übergibt, ziehen sich Emetophobiker oft zurück. Sie vermeiden Freizeitaktivitäten, Ausflüge und Unternehmungen mit Kindern, da sie fürchten, dort nicht die Kontrolle über zubereitete Speisen zu haben oder sich zum Beispiel mit einer Magen-Darm-Grippe anstecken zu können.

Doch selbst an ihrem vermeintlich sicheren Rückzugsort in der sozialen Isolation entwickeln sie Vermeidungsstrategien, die sich häufig in einem sehr eigenwilligen und selbstschädigenden Essverhalten ausdrücken. Manche Betroffene dieser Angststörung essen nur Nahrungsmittel, die sie als sicher (z.B. nicht keimbelastet) beurteilen – andere wiederum meiden die Nahrungsaufnahme gänzlich und verlieren stark an Gewicht. In der medizinischen Diagnostik wird die Angst vor dem Erbrechen bzw. Emetophobie daher oft mit einer Essstörung verwechselt.

Hinzu kommt, dass Emetophobiker in ihrer panischen Angst oft auf jedes potenzielle Zeichen, jedes ungewöhnliche Körpergefühl achten. So kann das Magengrummeln als Gefahr interpretiert werden und dadurch erst recht zu Übelkeit und Erbrechen führen. Das Vertrauen in den eigenen Körper geht immer mehr verloren und wandelt sich in ein Misstrauen.

Auch Medikamentenmissbrauch, also der regelmäßige Gebrauch von Antibrechmitteln kann bei dieser Störung eine Rolle spielen.

Wie kann die Therapie mit Hypnose bei Emetophobie helfen?

Bevor sich Betroffene einer Emetophobie in Psychotherapie begeben, sollte eine ärztliche Untersuchung stattfinden, um organische Ursachen oder Folgeerscheinungen auszuschließen.

In meiner Praxis am Frankfurter Zoo konzentriert sich die Therapie mit Hypnose bei der Angst vor dem Erbrechen auf folgende Kernpunkte:

Aufarbeitung und Neubewertung der Ursache

Die Ursache für die Emetophobie liegt oft in der Kindheit. Wenn Betroffene dieser Störung keine Situation in ihrer Vergangenheit als Ursprung der Phobie benennen können, kann sie über die Hypnoanalyse im Unbewussten ausfindig gemacht werden. Ziel der hypnotherapeutischen Arbeit in der Ursprungssituation ist die Aufarbeitung und Neubewertung der Erlebnisse. Hierbei können auch andere Techniken wie zum Beispiel EMDR unterstützend eingesetzt werden.

Häufig hat dies zur Folge, dass auch spätere Situationen plötzlich anders wahrgenommen und bewertet werden und sich das gegenwärtige Angstempfinden und Verhalten merklich verändert. Auch die Gedanken drehen sich nicht mehr ständig um das angstauslösende Thema, was als große Erleichterung wahrgenommen wird.

Reizkonfrontation in der Vorstellung

Die Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz und den Symptomen, wie sie in der Verhaltenstherapie praktiziert wird, kann in der Hypnosetherapie rein über die Vorstellung erfolgen. Hierbei erleben und erfahren Patienten, dass das Aushalten der Angst zu einem Abflachen der Symptome führt. In der Konfrontationstherapie kann die Annäherung an den angstauslösenden Reiz – je nach Ausmaß der Erkrankung und Stabilität des Patienten – schrittweise oder unmittelbar erfolgen.

Beide Herangehensweisen erfordern bei den betroffenen Menschen ein hohes Maß an Motivation, da sie sich ihren Ängsten stellen müssen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die therapeutische Behandlung der Emetophobie meistens umso unkomplizierter ist, je früher sich Emetophobiker in Therapie begeben.

Hypnose bei Emetophobie

Die Therapie der Emetophobie in meiner Frankfurter Praxis konzentriert sich auf das auslösende Ereignis und das gegenwärtige Verhalten. Je nach Ausprägung der Angststörung kann der Verlauf der Sitzungen individuell angepasst werden. In der Regel ist bei spezifischen Phobien durch die Hypnosetherapie eine schnelle Besserung der Symptome und Reduktion der Panikanfälle zu erwarten. Wie viele Sitzungen es braucht, um Patienten ganz von einer Emetophobie zu befreien, hängt stark davon ab, wie weit die Angsterkrankung bereits das Leben der Betroffenen bestimmt.